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Benzinpreis & Ölpreis explodieren


Benzinpreis & Ölpreis werden explodieren


Aktuell 29.1.2012:
Die Regierung des Iran verstärkt ihre Drohungen gegen den Westen. Ein Öllieferstopp des Landes würde den Preis des Rohstoffs auf bis zu 150 Dollar pro Barrel treiben. Das wäre ein Anstieg von 50 Prozent.


Der Ölpreis ist nach dem krisenbedingten, kurzen Einbruch auf dem Höhenflug

Schon im Jahr 2011
steuert der Benzinpreis auf einen Rekord zu: Steigen die Spritpreise weiter, werden Autofahrer 2011 so viel für eine Tankfüllung zahlen müssen wie noch nie. Ein Liter Super kostete Anfang Mai 2011 teilweise mehr als 1,60 Euro. An einzelnen Tankstellen in Berlin hatten Autofahrer bis zu 1,66 Euro für einen Liter Superbenzin bezahlen müssen. Der Benzinpreis hatte an Ostern 2011 seinen bisherigen Höchststand aus dem Sommer 2008 übertroffen. Ursache dieser Preisentwicklung ist nicht nur die Irankrise sondern auch die Habgier der großen Ölkonzerne und Spekulanten und eine weltweite neoliberale Politik, die diese Habgier nicht stoppt sondern fördert. Langfristig aber sind Preis von bis zu 5 Euro für den Liter absehbar.

Der Ölkonzern BP, dessen gesunkene Ölplattform im Frühling 2010 den Golf von Mexiko verseuchte,
hatte laut TAZ noch in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 einen Nettoprofit von 4,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Ölkatastrophe wird massive Auswirkungen auf die Öl- und Benzinpreise haben. „Die Kosten werden definitiv ansteigen“, sagte der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) Nobuo Tanaka.
Die Verteuerung von Öl und Benzin werde aus zwei Gründen geschehen: Durch höhere Sicherheitsstandards bei Tiefseebohrungen und durch höhere Versicherungsprämien, warnte Tanaka in der Süddeutschen Zeitung. Noch weiter ging der Chefvolkswirt der Energieagentur, Fatih Birol: „Die Ära des billigen Öls geht zu Ende.“

Schon früher hatte die IEA
befürchtet, dass sich der Ölpreis in den nächsten Jahren verdreifachen könnte. Hinzu kommt, dass nach den Berechnungen des Ludwig-Bölkow-Instituts schon 2009 weltweit der Höhepunkt der Ölförderung erreicht war und jetzt kontinuierlich zurückgehe während gleichzeitig die Nachfrage steige.

100-Dollar-Grenze für ein Barrel Erdöl überschritten
Schon am 2. Januar 2008 erreichte der Preis für ein Barrel Erdöl spekulationsbedingt erstmals die 100-Dollar-Grenze. Der Erdölhändler Richard Arens hatte für 100’000 Dollar 1000 Barrel gekauft. Arens tat es offenbar, um in die Geschichte einzugehen, damit er einst "seinen Enkeln erzählen kann, er sei der Erste gewesen, der soviel zahlte", wie die Medien berichteten. Ende Januar 2008 fiel der Preis wieder unter 90 Dollar. Doch Ende Februar ging er wieder über die 100-Dollar Grenze, das 100-Dollar-Ereignis war also nichts Einmaliges. Plötzlich war es für AnalystInnen vorstellbar, dass das Barrel bald 150 oder 200 Dollar kosten könnte.

"Wenn in China im Jahr 2030 auf 3 Menschen 4 Autos kämen wie heute bei uns, wären das 1,1 Milliarden Autos. Die gesamte Weltflotte liegt derzeit bei 800 Millionen. China würde dann täglich 99 Millionen Barrel Öl verbrauchen. Heute liegt die Weltproduktion bei 84 Millionen täglich. Und das lässt sich nicht wesentlich steigern. China zeigt uns eines ganz deutlich: Das westliche Modell einer ölabhängigen, autozentrierten Wegwerfgesellschaft funktioniert dort nicht. Und es funktioniert nicht für Indien, wo bald vielleicht sogar noch mehr Menschen leben und nicht für die 3 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern, die ebenfalls den amerikanischen Traum träumen."
Lester Brown, US-Amerikaner und Präsident des Earth Policy Institute in der Arte-Doku "Die demografische Zeitbombe - 2030", ausgestrahlt am 27.03.2007


„Die Erträge der Ölkonzerne sind wegen der hohen Rohstoffpreise im Jahr 2008 explodiert.“
berichtete das Manager Magazin am 30.01.2009 „Allein die drei Unternehmen Exxon, Shell und Chevron haben zusammen einen Gewinn von 100 Milliarden Dollar erzielt - so viel wie niemals zuvor. Der weltgrößte börsennotierte Ölkonzern Exxon Mobil hat im Jahr 2008 mit mehr als 45 Milliarden Dollar den bisher höchsten Gewinn eines US-Unternehmens erzielt. Der Überschuss von exakt 45,22 Milliarden Dollar (35,28 Milliarden Euro) fiel noch einmal 11 Prozent höher aus als Exxons alter Rekord aus dem Jahr 2007. „ (Zitatende)

Doch langfristig wird insbesondere das knapper werdende Öl die Preise explodieren lassen
Die Fachzeitschrift Politische Ökologie schreibt:
"Bei den Steigerungsraten des Verbrauchs, welche die Internationale Agentur des OECD (International Energy Agency, IEA) berechnete, ergibt sich:
  • ein Ende des Erdöls um 2035,
  • von Erdgas vermutlich vor 2040,
  • Kohle reicht bis maximal 2100. Dabei ist jedoch nicht berücksichtigt, dass sie die anderen Energieträger ersetzen muss und gleichzeitig zu einem gesteigerten CO2- Ausstoß führt.
  • Uran reicht bei der heutigen Förderung nur bis 2040.
  • Schon 2010 produzieren die OPEC des Nahen Ostens 50 Prozent des Öls. Das verschafft diesen, teilweise politisch instabilen Ländern eine bedeutende Machtposition - nicht nur über die Preise. Ähnlich sieht es beim Erdgas aus, das Deutschland im Jahr 2010 vermutlich zu 90 Prozent aus Russland importieren wird." Zitatende

Quelle: Zeitschrift "Politische Ökologie


Peak Oil - Das absehbare Ende des billigen Erdöls
Viele Experten aus der Ölindustrie gehen davon aus, dass die Erdölproduktion um das Jahr 2009 die Produktionsspitze erreicht hat und danach jedes Jahr abnimmt. Der Streit, ob der Peak Oil 5 Jahre früher oder später eintritt, ändert nichts an der Tatsache des schnellen, absehbaren Auslaufens der Erdölproduktion. Gleichzeitig wächst die globale Energieverschwendung durch den Export unseres Raubbausystems nach Indien und China. Peak Oil bedeutet: Der Höhepunkt der Erdöl-Förderung ist erreicht. Die Ölkonzerne schaffen es nicht, die Erdöl-Förderung weiterhin zu steigern.

Ein plötzliches, abruptes Ende der Förderung von Gas, Öl, Uran und Kohle
ist dennoch nicht zu erwarten, eher ein langsames Auslaufen, begleitet von einer massiven Preiserhöhung und damit verbundenen sozialen Verwerfungen. Doch das unlösbare Grundproblem der nicht regenerativen Energiequellen wie Uran, Gas, Öl und Kohle sind die Probleme eines unbegrenzten, globalen Wachstums und der damit verbunden ständig steigenden Nachfrage nach Energie.

"Entscheidend für die Ölproduktion ist nicht,
wieviel unter der Erde liegt . Diese Zahlen sehen gar nicht so schlecht aus. Das Problem entsteht, wenn große Ölfelder, beispielsweise Prudhoe Bay in Alaska oder Felder in der Nordsee, den Höhepunkt ihrer förderbaren Kapazität überschreiten. Der Produktionsverlauf eines Ölfeldes gleicht der Form einer Glocke. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn 50% der Ölreserven gefördert wurden. Zu diesem Zeitpunkt scheinen die Reserven noch üppig zu sein. Aber es ist nicht so rosig, wie es scheint. Die Fördermenge kann auf diesem Niveau wohl einige Zeit gehalten werden, bevor sie abnimmt. Ist der Höhepunkt überschritten, verläuft der Rückgang rapide: Es gibt immer noch genug Öl, aber es wird immer schwieriger, es zu fördern. Je aufwendiger es wird, den Förderdruck aufrechtzuerhalten, um so teurer wird das Öl, bis es ab einem gewissen Punkt unwirtschaftlich wird, das Öl zu fördern." schreiben die Studien für Zeitfragen

Das weltweit knapper werdende Öl
löst beim abhängigen Patienten Mensch klassische Suchtsymptome aus. Statt Energie zu sparen und Alternativen zu fördern rufen wachstumsgläubige Politiker nach einer intensiveren Ölförderung und nach der noch härteren Energiedroge Atomenergie obwohl Uran ebenfalls nur noch wenige Jahrzehnte reichen wird. Jetzt, nach dem vorläufigen Ende der Finanz- und Wirtschaftkskrise steigen die Öl- Diesel- und Benzinpreise wieder massiv.

Wir haben,
so war in der "Financial Times" zu lesen, die erste Hälfte unseres Öls, nämlich 1000 Milliarden Barrel, in 130 Jahren verbraucht, für die zweite Hälfte, die zweiten tausend Milliarden Barrel, werden wir nur dreißig Jahre brauchen. Öl, Gas und Uran sind endlich und die Vorräte in Kürze erschöpft.


Elektroautos sind (noch) keine Alternative
Mit dem derzeitigen Energiemix, den heute vorhandenen PKW-Batteriesystemen und den überschweren Autos sind die Elektroautos (noch) nicht zukunftsfähig und keine Alternative.

Was im Mittelalter Brotaufstände
waren, könnten in wenigen Jahren Benzinaufstände sein und die Armen werden im Winter frieren. Wenn wir nicht schnell auf alternative Energien und Energiesparen setzen und die globale Raubbauwirtschaft beenden, sind massive soziale Verwerfungen und Krisen absehbar.


Axel Mayer, BUND Geschäftsführer

hier mehr Infos: globale Energiereserven, Ölpreis und Alternativen zu Öl, Uran und Gas

Ölpreis, Benzinpreis, Energie & Energieverschwendung













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Dieser Artikel wurde 1141 mal gelesen und am 29.1.2012 zuletzt geändert.